The Bones: Beef Bonanza im Interview zum ‘Monkeys With Guns’-Album (2012)

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TheBones RockNRollBandausSchweden Foto:DirkBehlau

Die schwedische Rock’n’Roll Band THE BONES veröffentlichen mit “Monkeys With Guns” am 18.06. ihr neues Album. Der Sänger und Gitarrist Beef Bonanza hat sich aus gegebenem Anlass lange mit Pressure Magazine über die neue Platte unterhalten.

Hey Beef, das neue Album “Monkeys With Guns” (Affen mit Waffen) erscheint am 18. Juni 2012. Wie kam es zur Entstehung des Album-Titels?

Beef Bonanza: Warum nicht? (lacht) Er kann sehr viele verschiedene Bedeutungen haben und vielleicht sollten die Hörer entscheiden, wie sie ihn interpretieren. Der Titel könnte sowas wie “Geb einem Tier eine Waffe und es weiss nicht, was es damit machen soll. Aber es könnte dich töten” bedeuten.”Oder “Geb jemandem eine Waffe, der nicht weiss, wie man damit umgeht. Aber es könnte gefährlich werden”.

Er kann viele Bedeutungen haben und das sollten die Leute für sich selbst entscheiden.

Was sind die Unterschiede zum Vorgänger-Album?

Beef Bonanza: Der größte Unterschied ist, das es neu ist! (lacht)

Spaß beiseite, ich denke, dass der Sound etwas frischer ist, aber immer noch dreckig. Wenn man sich die Gitarren anhört, bemerkt man, dass sie sehr dreckig klingen. Wir haben ein bisschen mit den Gitarren und den Verstärkern experimentiert, das gleich mit dem Schlagzeug. Ich denke, die Leute hören sofort, dass es sich bei den Songs um The Bones handelt. Es ist natürlich immer noch eine Mischung aus Rock´n`Roll und Punkrock, gepaart mit netten Melodien. Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, dass der Sound der größte Unterschied ist. Was denkst du?

Ich denke so ziemlich dasselbe; ich habe die neuen Songs gehört und konnte sie sofort mit “The Bones” identifizieren. Ich denke, dass ist wichtig und gut zugleich.

Beef Bonanza: Auf jeden Fall, ganz klar. Ich meine, wir sind The Bones, wir können und wollen nichts anderen spielen. Wir spielen das, was aus uns rauskommt und versuchen auch nichts anderes. Wie spielen unseren Stoff, sind damit auch sehr glücklich und hoffen, dass die Menschen es auch sind.

Ich denke, das ist es, was zählt. Gib uns bitte einen kleinen Einblick in die Songs.

Beef Bonanza: Oh, das ist immer eine schwierige Sache, ich meine, wir sind keine politische oder poetische Band. Wir schreiben nur das, was aus unseren Köpfen kommt, ob es über einen Film, über das Leben oder über eine Überschrift, die wir in einem Magazin gelesen haben, ist. Einige Songs klingen witziger, als sie es textlich eigentlich sind.

Ich nehme mal den Song “Shooting Blanks”, er enthält wirklich seriöse Zeilen. Er handelt davon, wie dir jemand in den Rücken fällt und dich fallen lässt. Ich denke, solche Menschen werden im Endeffekt nie die Gewinner sein. Sie werden niemals gegen uns gewinnen, sei es ein bester Freund oder der eigene Boss. Der Song spiegelt die Realität wieder und ist mitten aus dem Leben.

Oder “Cementery Sue”, der Titel handelt von einem Totenkopf; einem toten Kopf! Das ist das Leben, beziehungsweise das Leben danach. Der Titel ist natürlich nicht ernst gemeint oder seriös, er ist wie ein Film. Eine Liebesgeschichte, die in einer total verrückten Nacht spielt. Und genau das meine ich, die Leute, die sich unsere Songs anhören, können sich das beste Bild machen. So entstehen Bilder und Meinungen, die selbst wir für nie möglich gehalten hätten. Ich bin gespannt, was die Menschen vom Song “Die Like a Man” (Live Like a Woman) denken. (lacht)



Oder “The Hooligan Bop”; ich denke, das ist der erste Song, den wir für dieses Album geschrieben haben. Das Lied handelt von einer Gruppe Hooligans, die zu einem Fussballspiel gehen wollen, um Spaß zu haben und um anderen Leute zu verprügeln. Wir sehen diese Leute sehr oft und können nur sagen: Sie sind da draußen.

“This Hound Dog Rocks” könnte man folgendermaßen beschreiben: “I met Elvis at the Nudybar – Part III”. Der Song handelt von den verrückten Träumen, die man immer wieder hat.

Eine Woche bevor das Album erscheint, wird sie Single “Smile Of The Cobra” veröffentlicht. Warum fiel die Entscheidung auf diesen Titel und um was sagt der Song aus?

Beef Bonanza: Ich weiss nicht, warum gerade der Titel. Aber warum nicht? (lacht) Das Label hat entschieden, diesen Titel zu veröffentlichen; vielleicht weil er so einen mitsing-tauglichen Refrain hat.

Zur Story: Eine Cobra muss nicht unbedingt ein Tier sein, es kann sich auch um eine Frau, einen Drink oder ein Auto handeln. Der Hörer kann selbst entscheiden, um was es sich hier dreht.

Der Titel könnte also auch “Smile Of The Drink” heißen?

Beef Bonanza: Ja, “Smile Of The Bad Drink” oder “Smile Of The Killed Drink”. Das kann jeder selbst entscheiden, ich kenne die Antwort, werde sie aber nicht verraten. (lacht)

Ein Titel heisst genau so wie das letzte Album, “Burnout Boulevard”. Was steckt dahinter?

Beef Bonanza: Da müssen wir zu den Anfängen der Bones zurückgehen. Unser erstes Album hieß “Screwed, Blued & Tattooed” und auf dem zweiten Album “Bigger than Jesus” hatten wir einen Titel, der “Screwed, Blued & Tattooed” heisst. Das haben wir jedes mal so gemacht, dass der Albumtitel vom letzten Album auf dem nächsten Album als Song enthalten ist. Und der Titel “Burnout Boulevard” handelt eigentlicht gar nicht von einer Strasse, sondern soll eher die Strasse des Lebens beschreiben.

Man könnte es so ausdrücken: Das Leben ist eine Strasse, wenn du nach links gehst, bist du sicher; wenn du nach rechts gehts, bist du auch sicher; wenn du aber durch die Mitte gehst, begibst du dich in Gefahr. Ich stehe mit beiden Beinen auf dem Boden, aber ich laufe immer durch die Mitte, so hat man den meisten Spaß im Leben. Natürlich kann man dort auch von einem Auto angefahren werden, aber was ist das Leben ohne Action? Es könnte also eine dunkle, eine helle oder auch eine wilde Strasse sein, der Titel handelt vom Leben.

Pressure Tipp: CD-Review “The Bones – Monkeys With Guns”

Auf der limitierten Vinyl-Version sind mit “I Feel Like Shit” und “Stitch Me Up” zwei Bonus-Titel enthalten. Wie wichtig sind dir Schallplatten?

Beef Bonanza: Oh, sie sind mir sehr wichtig. Wir sind mit Schallplatten aufgewachsen, verschiedene Farben oder sonstiges. Wir haben wirklich gut Fans und sind stolz darauf, dass wir unsere Alben auch als Vinyls veröffentlichen können. Viele Menschen sehen einen gleich als Dinosaurier, wenn man eine Schallplatte veröffentlicht. Was ist heutzutage noch ein Song? Eine Datei auf dem Computer, mehr nicht.

Umso wichtiger sind die Vinyl-Veröffentlichungen für uns, es ist Musik zum anfassen, man kann sie berühren und riechen. Das ist Punkrock für mich! In den frühen 70ern, als ich meine ersten LPs bekommen hab, war es wie im Himmel für mich. Es ist ein gutes Gefühl, unsere Alben auch als Schallplatte zu veröffentlichen. Wir haben jedes Bones-Release auch als LP veröffentlicht. Das bedeutet uns sehr viel.

Im Sommer kommt ihr wieder nach Deutschland. Spielt ihr gerne Konzerte hier?

Beef Bonanza: Absolut! Deutschland ist unser zweites zuhause. Wir haben die meisten unserer Konzerte in Deutschland gespielt, ich denke so circa 400. Es ist immer schön dort zu spielen, wir kennen so viele Menschen in Deutschland und dazu kommt noch, dass meine Frau aus Deutschland kommt.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Beef Bonanza: Jünger werden und besser aussehen! (lacht)

Spaß beiseite, wir wollen eine gute Zeit haben und Rock´n`Roll spielen. Ich bin verheiratet, habe zwei Söhne und bin erwachsen geworden. Es passieren soviele Sachen in der Welt heutzutage; ich finde, man sollte jeden Augenblick genießen. Ich bin mir sicher, dass wir noch einige Alben veröffentlichen werden. Ihr seid noch nicht sicher vor uns, wir haben noch einiges zu tun.

Okay, vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören dir.

Beef Bonanza: Vielen Dank für das Interesse an der Band, das bedeutet uns sehr viel. Nur durch euch können wir das alles machen und verwirklichen; Alben veröffentlichen, auf Tour gehen und Menschen treffen. Ich möchte allen danken und noch einmal sagen: Vergesst nicht, das Leben zu genießen. Nutzt jede Sekunde und schöpft sie voll aus. Dabei dürft ihr aber auch nicht vergessen, unser neues Album zu kaufen.

Interview von Florian Puschke im Juni 2012

 

THE BONES sind:

Boner – Gesang, Gitarre
Spooky Fred – Schlagzeug, Gesang
Andi Nero – Bass, Gesang
Beef Bonanza – Gesang, Gitarre

Mehr zum Thema:

Offizielle Homepage: https://www.facebook.com/thebonesswe/

Fotos: Dirk Behlau (www.pixeleye.de)

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