Die GEMA ändert ab 2013 ihre Gebührenstruktur: Musiknutzer und Diskotheken-Inhaber sammeln Stimmen für eine Online Petition.
Die GEMA will zum 1. Januar 2013 ihre Gebührenstruktur angeblich nur vereinfachen. Statt elf gibt es in Zukunft nur noch zwei Tarife, die sich an der wirtschaftlichen Größe der Veranstaltungen sowie dem Eintrittspreis orientieren. Hierbei soll es lediglich einen Tarif für Livemusik und einen für Veranstaltungen geben, bei denen Musik live oder von Tonträgern (CD, DVD, PC, Laptop usw.) zum Einsatz kommen.
Die GEMA argumentiert so, dass große im Clubs im europäischen Vergleich bisher viel zu wenig bezahlt hätten und somit kleinere Clubs entlastet würden. Sie lässt hierbei allerdings die wichtige Information aus, dass die Vergünstigungen nur verhältnismäßig wenige Veranstaltungen, mit Eintrittsgeld zwischen 2 und 8 Euro, betreffen. Für viele Musiknutzer bringt die Tarifstruktur hingegen Erhöhungen von zum Teil mehreren hundert bis zu über tausend Prozent mit sich.
Die Bundesvereinigung der Musikveranstalter belegte anhand einer Beispielrechnung, dass beispielsweise für einen Club mit zwei Tanzflächen von insgesamt 720 Quadratmetern bei acht Euro Eintritt statt jährlich 21.553 nun 147.916 Euro fällig würden. Außerdem würden sich die Gebühren noch um 50 Prozent erhöhen, wenn die Aufführung der Musik länger als fünf Stunden laufe.
Mittlerweile kursiert eine Vielzahl derartiger Modellrechnungen, die zeigen, dass allenfalls einmalige Veranstaltungen wie Schützenfeste und ganz winzige Clubs von der neuen Regelung profitieren würden. Der SZ zufolge würde schon ein 80 Quadratmeter kleiner Club, der drei Tage in der Woche geöffnet hat und fünf Euro Eintritt kassiert, statt 3.417 im Jahr stolze 11.700 Euro zahlen müssen.
Diskotheken-Betreiber sind darüber empört und haben Angst um Ihre Existenz. So äußerte sich David Süß, Betreiber des Clubs "Harry Klein", auf einer Pressekonferenz der GEMA in München wie folgt zu deren Pläne: "Nach der Kalkulation zahle ich zukünftig mehr an die GEMA, als ich überhaupt erwirtschaften kann".
Eine Online Petition sammelt fleißig Stimmen
Nun soll die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamts, die oberste Aufsichtsbehörde der GEMA, über die neue Gebührenordnung entscheiden. Gespräche zwischen der GEMA sowie den Kulturveranstaltern stehen ebenfalls an.
Eventveranstalter wurden bereits aktiv und wehren sich mit einer Online-Petition. Sollte das Anliegen 50.000 Unterstützer finden, müsste sich der Deutsche Bundestag mit der Angelegenheit beschäftigen.
Die Chancen stehen gut: seit dem Start der Petition vor knapp zwei Wochen haben sich bereits über 35.000 Unterzeichner eingetragen.
Die neue Tarifstruktur im Detail:
https://www.gema.de/veranstaltungstarife
Online Petition: Wider die neuen Gebühren:
http://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass
Graphik Quelle: Bayernpartei



















