
Am Donnerstag, den 25. August 2011 war es so weit, dass Ehrlich & Laut Festival öffnete zum 5ten Mal seine Pforten. Etliche Feierwütige waren an diesem Tage schon zu früher Stunde vor Ort um das Festival vom Anfang bis zum Ende genießen zu können. Doch meist wurde das anfängliche Zeltaufbauen doch noch mal ein paar Stündchen nach hinten verschoben, denn nach der langen Anreise war der Wunsch nach einem kühlen hellen Blonden einfach zu groß und mit ein paar Bierchen intus baut sich so ein Zelt ja nun mal auch irgendwie gleich viel leichter auf. Nach den ersten Bierchen und dem freudigen Wiedersehen mit alten, auch hochprozentigen Bekannten, zu denen auch der gute alte Oldesloher aus dem hohen Norden und sein Kollege „Pfeffi“ aus dem schönen Osten gehörten, begaben wir uns auf einen kurzen Abstecher zur Hallenstage wo The Mahones mit ihrem Canadian-Celtic-Punk für das Ehrlich&Laut Festival zwar eine recht ungewöhnlichen, aber durchaus das Tanzbein animierenden Sound spielten.
Allerdings mussten wir uns nun wirklich mal zusammenreißen und brachten erstmal, wenn auch mit einigen Hindernissen unseren Zeltaufbau hinter uns (An dieser Stelle ist den Herren von der Security und den Jungs mit dem Kompressor ein Herzliches Dankeschön gewidmet, ohne euch wäre das nix geworden :))
Da das Nachtlager nun nach ca. 6 stündiger Verspätung stand, war es definitiv Zeit zum feiern, also schnell 2 Bierchen geschnappt und ab zur Hallenstage, wo sich gerade die Streetdogs ins Zeug legten um einen musikalisch gelungenen Abend einzuläuten. Die Halle füllte sich immer mehr, die Stimmung stieg und Perkele, Firkin und A.O.K. schafften es auch bei einem, im Vergleich zu den Folgetagen noch schwach besuchten, Donnerstag ausgelassene, gute Laune und Festivalfeeling aufkommen zu lassen. Nach Ende des Line-ups stand der übliche Plausch & Schlummertrunk mit den Zeltnachbarn an, der für uns um 5 Uhr morgens im strömenden Regen, aber voll und glücklich endete.
Nach dem leckeren Frühstück setzten wir unseren Weg über den Zeltplatz fort, die Sonne brannte nun schon recht ordentlich, so dass sich die ersten Sonnenbrände langsam abzeichneten. Bereits jetzt konnte man aus 30 Metern Entfernung ablesen wer an die gute alte Sonnencreme gedacht und wer den „Lobbster-Look“ zum im wahrsten Sinne des Wortes neuen heißen geilen Scheiß erklärt hatte.
Konzertfotos und Impressionen: Ehrlich & Laut Festival vom 25.-27.08.2011
Wenn es heiß ist hilft nur eins, viel Trinken, dass sagte ja schon immer Muttern! Um Muttis Lebensweisheiten brav zu befolgen suchten wir also den Bierstand an der Openstage auf und beobachteten bei kalten Bierchen die letzten Aufbauarbeiten auf der Bühne. Die Starter-Band SMD weckte schließlich auch die letzte Schnapsleiche auf dem Zeltplatz und ein kleines Grüppchen wagte bereits das erste, wenn auch noch verhaltene Tänzchen. Die folgende Band Straftat legte sich mächtig in Zeug um die Tanzwut weiter anzuheizen, so dass sich zur gleißenden Mittagssonne ein schönes Pogotänzchen definitiv lohnte. Für Abkühlung wurde kurzerhand eigenständig mit mitgebrachten Kanistern gesorgt, die an der nahe gelegenen Wasserstelle stetig aufgefüllt wurden. Nass bis auf die Haut und gut schlammig, aber glücklich stand für uns im Anschluss eine musikalische Überraschung vor der Tür. Die Band Mofaclub Marburg stand in den Startlöchern und bot richtig geile kurzweilige Unterhaltung. Mit „tiefsinnigen“ Texten a la „Der Arsch hat Geburtstag“ und einer gelungenen musikalischen Darbietung, die nicht zuletzt durch die Stimme von Sänger Kalle abgerundet wurde, war definitiv nun Spaß angesagt. Das sah die Menge genauso, insbesondere da es hier „Freibier“ von der Bühne gab.
Die Escandalos ließen es danach textlich etwas gemäßigter, jedoch insgesamt in der Gesamtperformance etwas farbenfroher angehen und verwöhnten die Gehörgänge mit Sommerfeeling-Klängen unterstützt durch Trompete, Saxophon und Co. Die Abschlussband der Openstage des heutigen Tages, Drunken Army bekamen recht spontan noch Unterstützung von nem Hamburger Jung, Rotz&Wasser - Sänger Chris lies es sich nicht nehmen zusammen mit den Jungs den Song „Spaßgesellschaft“ zu Besten und so schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den noch kommenden Samstagabend zu geben.
Anschließend hieß es wandern, die Openstage war nun dicht und Die Traktor standen auf der Hallenstage bereit um nun die klatschnasse, schlammige und von der sonnegezeichnete Feiermeute gebührend mit solidem Deutschrock in Empfang zu nehmen. Danach stand auch schon ein weiteres Highlight des diesjährigen Ehrlich&Laut Festivals an, die Record Release Party der Band Unantastbar. Die kurz zuvor erschienene vierte Scheibe „Schuldig“, kam beim buntgemischten Publikum gut an und wurde exzessiv gefeiert. Um 18 Uhr stand Punkrock aus Frankfurt auf dem Programm. Serum 114, seit kurzem bei Rookies&Kings unter Vertrag lieferten eine gute Show ab, bei der einem wieder einmal die Agilität des Sänger Esche positiv auffiel. Hier auf der großen Hallenstage konnte Esche sich richtig austoben und hatte sichtlich Spaß daran.
Dann wurde es richtig heiß und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die mittlerweile neu formierte Band Wilde Jungs rund um Sänger Tyson hatten als Rahmenprogramm zwei Feuerspucker im Gepäck, die auch den, sich sonst immer in die erste Reihe im Graben drängenden Fotografenkollegen ordentlich Respekt einflößten. Eine gelungene Show und bei „Frankfurter Jungs“ geht mir als überzeugter SGE-Fan sowieso jedes Mal das Herz auf!
Nach der zweiten Record Release Party, diesmal von Betontod und ihrem Album „Antirockstars“, dass aus meiner Sicht ein durchaus solides Werk darstellt, jedoch leider im Vergleich zu den Vorgängeralben nichts wirklich Neues beinhaltet, standen die Headliner Freiwild auf der Bühne. Die Halle war nun proppenvoll, auch in den hinteren Reihen gab es kein Durchkommen mehr und die Südtiroler gaben ihren Fans genau das was sie wollten, richtig harten Deutschrock auf die Ohren.
Mit dem legendären Onkel Tom, der Punkband BRDigung und der Deutschrockern von Saitenfeuer -letztere sprangen für Raven Henley kurzfristig ein- klang der Abend feucht fröhlich aus, auch wenn zu später Stunde schon viele den Weg Richtung Zeltplatz angetreten hatten, da viel Sonne, viel Alk, viel Party und das alles meist schon in der zweiten Runde, die Kräfte allmählich aufgezerrt hatten.
Und Kraft und gute Nerven sollten in dieser Nacht vielerorts auf dem Zeltplatz noch extrem gefordert werden. Denn der große Wettergott hatte es sich mal wieder anders überlegt und die morgens noch bei strahlendblauem Himmel belächelte Unwetterwarnung wurde Realität. Resultat: Wegfliegende Zelte, Pavillons und Co und des berühmte Zeltaquarium hatten Hochkonjunktur und sorgten für ne unruhige und beschissene Nacht. Wir hatten Glück, kein Wasser im Zelt und nix weggeflogen, allerdings weiß ich seit der Nacht wie tief sich so ein Zelt bei Sturm in alle Richtungen neigen und verbiegen kann.
Samstag morgen, sichtlich gezeichnet von der unruhigen Nacht blieb manchen nichts anders übrig als überstürzt und viel früher als geplant den Heimweg anzutreten. Klitschenaß, bei den nun recht kühlen Temperaturen um die 16 Grad, bibbernd, mittlerweile ohne Zelt, Schlafsack und Co sah man vereinzelt Rückzugskommandos gen Heimat traben. Der überwiegende Teil jedoch, feierwütig und festivalerfahren ließ sich dadurch nicht ausbremsen und campierte sich kurzerhand beim nächsten Zeltnachbarn ein, der nicht abgesoffen war.
Für uns ging es nach nem morgentlichen stärkenden Mal bei Mc Doof auf der Pfefferhöhe, einer Busladung schockierter Muttis inklusive, zur Openstage wo Enorm, Naturtalent, Leftside und CabbaCabba trotz Regen gute Laune verbreiteten und den nun recht schlammigen Untergrund vergessen ließen. Da Hassliebe kurzzeitig abgesagt hatten, eröffnete das Deutschrockquartett von Rockwasser am Samstag Nachmittag die Hallenstage. Musikalisch recht eingänglich und fundiert dargeboten, war dies ein durchaus würdiger Ersatz. Im Anschluss betrat die Punk-Band S.i.K. (ursprünglich Sex im Kaugummiautomat) die Bretter der Hallenstage und feierte wild und ausgelassen ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum, bevor es mit einiger Verzögerung mit der Oi!-Band Soifass weiterging, die aus Berlin kommend mit einiger Verspätung im Gepäck anreisten. Die Verzögerung war aber nicht weiter schlimm, so blieb einem Zeit zum durchatmen und für ein oder zwei entspannte Bierchen an der Bar. Zudem war der darauffolgende recht spontane Gig von Soifass, ohne Soundcheck und sonstigen Firlefanz, trotzdem recht ordentlich und entschädigte für die Verspätung, die sich von nunan durch das gesamte Programm zog.
Nach Soifass ging es musikalisch mit The Sorrow deutlich härter zu. Metalcore und headbangen war angesagt und lieferte eine gelungene Abwechslung im Line-up.
Nach hartem Metal war es jetzt an der Zeit für Texte mit „richtigem Tiefgang“ und die sagenhaften Kassierer wurden schon sehnsüchtig erwartet. Wölfi gab wie immer mehr von sich preis, als der Zuschauer eigentlich bereit war zu sehen, und verstörte zwei sichtlich unter 18jährige kleine Mädels neben mir, indem er mit seinem entblößten „Astralbody“ auf die Bühne trat. Wird wieder Mädels, das Leben ist kein Ponyhof!
Gut gelaunt ging es auch weiter, die Jungs von Sondaschule gaben ihr Bestes, der Saal kochte und brodelte. Astreine Show Jungs! Krawallbrüder folgten im Anschluss, bevor die vier Hamburger Jungs von Rotz&Wasser die Bühne betraten und zu später Stunde noch mal für ordentlich Stimmung sorgten, so dass auch wir uns nicht zurückhalten konnten und motiviert von Oldesloher bei dem Song „Freunde“ auf der Bühne ein Tänzchen hinlegten. Danke Chris, Heidi, Paule und Dubi, war wie immer ne Bombenshow. Den Rausschmeißer-Slot des Abends und gleichzeitig des Festivals kam Übergas zu, die mit Hardcoreklängen ein letztes Mal für dieses Jahr Alsfeld erzittern ließen.
Abschließend kann man nur sagen, wir freuen uns, das wir euch ein solch echt gut gelungenes und abwechslungsreiches Festival und würdiges 5tes Jubiläum präsentieren konnten! Es hat riesen Spass mit euch gemacht, sowohl vor der Stage, als auch auf dem Zeltplatz. Diejenigen von euch, die so genannte „Special-Fotos“ ergattern konnten, können sich ab sofort mit Ihrem Code per Email bei uns melden!
Wir sagen Danke und großes Lob an Andy und sein Team, sowie an die Security und freuen uns schon jetzt auf Runde 6 im Jahr 2012!
Konzertbericht & Fotos von Nessy
Mehr über das Ehrlich & Laut Festival 2011
Konzertfotos und Impressionen: Ehrlich & Laut Festival vom 25.-27.08.2011
Das Line-Up und mehr findet man auf: www.el-rocknacht.de








