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Filmreview

30.11.2011

Krieg der Götter - Filmkritik


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Erscheinungsdatum: 11.11.2011 |  Bestellen

 
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„Bildgewaltig, kolossal, monumental“ so titelt das Cinemaxx um die Ecke in seiner Beschreibung des als „300 Nachfolger“ gehandelten Krieg der Götter.

Bildgewaltig, kolossal, monumental sind nach erfolgter Sichtung durch das Pressure Magazine leider nur die Bilder, der Sound und die extrem kafkaesken Kostüme aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Vor lauter Bilder- und Effekteflut hat Regisseur Tarsem Singh (Bekannt aus „The Cell“ und „The Fall“) leider vergessen, die fantastische Vorlage aus dem Ilias durch eine schlüssige Handlung und ausgeformte Charaktere zu transportieren.

Die Story von „Krieg der Götter“ ist an und für sich ein Epos der griechischen Mythologie, der vom Kampf des einfachen Bauernsohnes Theseus gegen einen blutrünstigen Tyrannen Hyperion handelt. Mit Hilfe des göttlichen Epiros-Bogens hat sich der Tyrann in den Kopf gesetzt, die Totfeinde der Götter aus ihrer ewigen Verbannung im Berg Tartaros zu befreien. Da seine Familie von den Göttern nicht gerettet worden sind, schwört er den Göttern Rache und verfolgt sein Ziel mit eiserner Hand und ohne Rücksicht auf Verluste. Mit Argusaugen verfolgt Zeus mit seiner Familie das muntere Treiben auf der Erde und versucht seine Finger mehr oder weniger erfolgreich aus dem Spiel zu lassen.

Was im Buch der Ilias in kleinsten Details geschildert ist und auf eine menschliche Tragödie hindeutet, wird vom aktuellen Blockbuster „Krieg der Götter“ im Schnelldurchlauf abgehandelt. Stattdessen widmet sich der Film lieber dem vermeidlichen Bild Hollywoods von der Antike. Unbehaarte und sixpackgestählte, männliche Testosteron-Models aus dem Ambercrombie&Fitch-Bestell-Katalog und dauerläufige weibliche Sexbomben aus den Erotikfantasien 16jähriger Pubertätsnasen werden in bildgewaltigen Kulissen von allen Seiten gezeigt, um sich nach nur wenigen Minuten dem harten Kampf Mann gegen Mann an der Front zu widmen.

Hier spielt der Krieg der Götter – vor allem in 3D - erst seine eigentliche Stärke aus. Die leichte Story bietet dank der guten Inszenierung doch einen gewissen Unterhaltungsgrat. Packende und perfekt inszenierte Kämpfe, brutale und erbarmungslose Spritzorgien von Pixelblut und digitalen Köpfen, Gliedmaßen oder Innereien, gepaart mit bebendem Sounds und einem gelungenen Soundtrack von Trevor Morris (Die Tudors, Die Borgia), der die Kinositze zum Beben bringt.  Hinter der Bild & Ton Orgie spielt die Schauspielerriege erwartungsgemäß nur die zweite Geige. Sixpack-Boy 1 (Henry Cavill) und Sixpack-Boy 2 (Stephen Dorff) sind nicht nennenswert beeindruckender, als Oberkannte und Fiesling Hyperion (Mickey Rourke), der zumindest die Skrupellosigkeit halbwegs kredibil rüberbringt. Aber wer interessiert sich schon für Schauspiel, wenn die Leckerlis ihre Körper für sich sprechen lassen können.

 

Fazit: Was aber bleibt nach den knapp zwei Stunden beim Pressure Magazine hängen? Ein durchaus unterhaltsames Bildepos, welches ausgesprochen frei einen mythologischen Evergreen im Zeitraffer zeigt, ohne zu sehr ins Detail zu gehen und stattdessen effektgeladene Schlachtszenen sprechen lässt. Wer „The Cell“ oder „The Fall“ mochte, wird hier einen visuellen Overflow erleben dürfen. Wer hingegen Story groß schreibt, wird ähnlich wie bei Wolfgang Peterssens Troja-Verfilmung mit Brad Pitt enttäuscht werden.

 

Filmkritik von Kabuto

 

Regie: Tarsem Singh

Darsteller: Henry Cavill, Mickey Rourke, Stephen Dorff, Frieda Pinto

Start: 11.11.2011

Laufzeit: 110 Minuten

 

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