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Filmreview

28.07.2011

Full Metal Village - Filmkritik


Pressure:
   Leser:
6.0/6 Sterne durch 1 Lounge Nutzer
 
Erscheinungsdatum: 23.11.2007 | 

 
Full-Metal-Village-DVD-Cover

Der Countdown läuft. Es sind nur noch wenige Tage bis zum weltgrößten Metal Festival. Dieses findet im Norden Deutschlands, in Wacken, Schleswig-Holstein, statt.

Um die hundertausend Menschen aus aller Welt versammeln sich in Wacken, erleben die bekanntesten sowie größten Metal Bands und räumen das gut 1800 Seelen Dorf komplett leer - vor allem von Bier.

Demnach ist das Wacken Open Air (W:O:A), welches seit 1990 jährlich stattfindet das größte Heavy Metal Festival der Welt.


Doch wie sehen es die Bürger der Stadt Wacken selbst?

Darüber berichtet Sung-Hyung Cho in ihrem Heimatfilm “Full Metal Village”.


Beginnend mit dem Aufräumen des Festivalgeländes, laut dem Motto “Nach dem Festival ist vor dem Festival”, und gefolgt von einem Übergang mit dem Blick auf ein Kornfeld, im Hintergrund das Muhen der Kühe und Zwitschern der Vögel. Dieses Idyll wird durch den zackig geschriebenen Titel durchbrochen, so zeigt der gesamte Film immer wieder die Kontraste zwischen Wacken und dem W:O:A auf. Und weiter geht es mit einer Aufnahme, der im Vorfeld gehörten Kühe und dessen Bauern - begleitet von einer ruhigen und idyllisch stimmenden Melodie auf der Violine und Klarinette.

Eine Kamerafahrt durch das Dorf unterbrochen durch das Vorstellen einiger Protagonisten in ihrem Alltag.

Immer wieder dürfen ein paar Einwohner von Wacken etwas aus ihrem Leben berichten, und plaudern. Erst nach etwa 15 Minuten Filmzeit wird das W:O:A erwähnt, nach und nach steigert sich die Anwesenheit der Metalmusik und man darf zuschauen, wie das Fest aufgebaut wird.

Doch die Bewohner werden nicht in den Hintergrund des W:O:A gestellt, sondern genau diese werden in ihrem Umgang mit der schnellen Berühmtheit ihres Dorfes beobachtet.

Der Film ist humorvoll gehalten, welcher sich durch die Handlungen und Geschichten der Menschen ergibt, ohne jedoch die Bewohner dabei ins Lächerliche zu ziehen. Ob es nun die Erklärung des Unterschiedes zwischen Kuh, Kalb und Bulle ist, oder Gerüchte um okulte Messen während der Festivalzeit kursieren, alles was die Bewohner zu erzählen haben, wird gezeigt.

Der Film zeigt zwei Welten, die Jahr für Jahr (seit 1990) in Wacken aufeinandertreffen. Ein recht konservatives / bäuerliches Dörfchen mit ihren Bewohnern, die sich teils mit dem Trubel angefreundet haben und selbst mithelfen oder auch einfach in dieser Zeit die Flucht ergreifen. Und die laute Fangemeinde, die Wacken eben auch wegen seines idyllischen Örtchens, mit Kühen und Feldern und der mittlerweile berühmtberüchtigten Feuerwehr Blaskapelle lieben. Zwei Welten haben es geschafft sich irgendwie zu arrangieren und zu respektieren.

Dieser Film zeigt das wahre Leben in Wacken mit dem kurzen Wahn eines Festivalwochenendes. Und wie dieses mit den Aufräumarbeiten wieder endet. Aber aus dem Intro wissen wir: “Nach dem Festival ist vor dem Festival”.

Es ist schön zu sehen, wie sich Jung und Alt zu ihrer Stadt und mittlerweile auch dem Festival bekennen, und wie sie sich darüber freuen, gehört zu werden. Spannend ist auch hinter die Kullissen mal anders zu schauen, wie die Bauern für ein WE als Security arbeiten, oder ein Gründungsmitglied heute nur vor der Haustür steht, und sich über die Horde Metaler freut, aber selbst für das W:O:A nicht mehr tätig ist und von den Anfängen davon erzählt.

W:O:A, jedes Jahr bereits Monate im Vorfeld ausverkauft, immer größer werdend, hat mittlerweile sogar schon Ableger in anderen Orten Deutschlands und ist nun zu einer Marke geworden.

Um sich auf das Festival dieses oder vielleicht auch nächstes Jahr einzustimmen und  die Menschen hinter den Kulissen kennen zu lernen, bietet sich dieser Film regelrecht an.

Auch wenn der Film mittlerweile schon 5 Jahre alt ist, lohnt es sich dennoch diesen zu schauen, da sich an dem Geist des Festivals nichts geändert hat. Die Bewohner werden einem schnell sympathisch, als Metaller wird man sich sehr wohl fühlen und mit einem Schmunzeln die DVD auslaufen lassen.

Dieser Film gehört in die Sammlung jedes wahren Metalheads.

Die Frankfurter Dokumentarfilmerin Cho Sung-Hyung wurde mit “Full Metal Village” mit mehreren Filmpreisen in Deutschland ausgezeichnet und wurde von der Wiesbadener Bewertungsstelle als “besonders wertvoll” eingestuft.

Zu bekommen ist der Film auf DVD - manche kleineren Kinos lassen ihn noch ab und zu laufen.

 

Review von Maja Trumpfheller

 

Produktion: Flying Moon

Regisseur: Cho Sung-Hyung

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Erscheinungstermin: 23. November 2007

Produktionsjahr: 2006

Spieldauer: 90 Minuten

 


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