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Buchreview

22.04.2012

Cash - Die Autobiografie von Johnny Cash


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Verlag: Edel |  353 Seiten  |  Erscheinungsdatum: 20.02.2012 |  Bestellen

 

In diesem Jahr wäre Johnny Cash 80 Jahre alt geworden. Das es zu seinem Geburtstag Veröffentlichungen geben wird, war eigentlich von vorne rein klar, natürlich auch auf dem Buchsektor. Mit "Cash - Die Autobiografie von Johnny Cash" erscheint ein Buch, welches sich mit dem Leben des Sängers beschäftigt. Und von wem könnte man sich seine Lebensgeschichte besser erzählen lassen, als von der Hauptfigur selbst? Das Buch ist im Original bereits 1997 erschienen und kommt nun in deutscher Erstauflage heraus.

Bevor man anfängt, dieses Buch zu lesen, könnte man denken, es sei so spektakulär oder spannend, dass es einen nicht auf den Stuhl hält. Allerdings schreibt Johnny Cash die Zeilen so hervorragend, dass es einem vorkommt, er sitzt gegenüber und erzählt es frei heraus. Dieser Plauderstil beinhaltet eine herrliche Gemütlichkeit, die jedem Leser Spaß macht. Ich persönlich saß sehr lange im Sessel, habe gelesen, ohne dabei an die Zeit oder sonst irgendetwas zu denken.

Da Cash nicht unbedingt in chronologischer Reihenfolge erzählt, verstärkt sich der Gedanke, dass er völlig entspannt und gelassen seine Erlebnisse vorträgt. Natürlich sind alle wichtigen und bekannten Sachen, wie zum Beispiel seine Armeezeit in Bayern, seine Kindheit auf den Baumwollfeldern in Arkansas oder seine Sucht, dabei. Auf der anderen Seite erfährt man aber auch sehr viel, was man vorher garantiert nicht wusste. Wie ihn sein Familie, Freunde oder die Manager nannten (alle unterschiedlich), zu welchem Preis die Baumwolle verkauft wurde oder auch welches sein erstes Lied war, dass er sang. Viele Kleinigkeiten, die den Fan unter Garantie interessieren. Er erzählt von den erlebten Dingen von unterwegs, von seinen Auftritten mit Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Elvis Presley, Waylon Jennings, Bob Dylan, Ray Charles oder auch mit den Tennessee Two, Marshall Grant und Luther Perkins. Trotz der vielen Ereignisse und Erlebnisse macht Johnny Cash immer wieder deutlich, wie sehr er seine Frau geliebt hat und wie sehr er an seinen Kindern und Enkelkindern hängt. Dazu wird auch klar, dass er, neben den ganzen Auftritten, auch gerne zuhause war und rumgewerkelt hat, wie er es nennt.

Für die nächsten Zeilen zitiere ich gerne seine eigenen Worte aus dem Buch: "Ich bin dankbar für ein Paar wirklich bequeme Schuhe. Ich mag meine Schuhe. Ich bin dankbar für die Vögel. Es kommt mir vor, als sängen sie morgens beim Aufstehen nur für mich: >Guten Morgen, John. Du hast es geschafft, John.< Und dann der erste Sonnenstrahl. Ich bin dankbar, dass ich die Nacht überlebt habe und ihn sehen kann. Ich bin dankbar, dass ich keine tödliche Krankheit habe, dass ich bei ziemlich guter Gesundheit bin, dass ich morgens aufstehen kann und hinuntergehen kann und frühstücken und dass ich dann die Dschungelwege entlanglaufen und die Blumen riechen kann - den Jasmin, die Winden, die Orchideen." Zudem ist er dankbar, dass er eine gute Frau eine seiner Seite hat, dass er keine Leidenschaft für Autos hat, für seine Stimme, die seine Mutte immer "Die Gabe" genannt hat, dass er nicht gerade der hässlichste Mensch auf der Welt ist und einige weitere Dinge, die den Rahmen hier sprengen würden. Zudem erzählt er von seinen Eltern, seinen Managern oder natürlich auch von seine Sucht.

Johnny Cash, 1932-2003, Countrymusiklegende, Mann der Religion, tablettensüchtiger Raufbold, Bewahrer amerikanischer Traditionen und schließlich Kultfigur für die junge Generation. Er war der "Mann in Schwarz" und eine Persönlichkeit voller Widersprüche. In dieser Autobiografie, die auch Grundlage für den Erfolgsfilm "Walk The Line" bildete, berichtet Johnny Cash über Höllenzeiten und Höhenflüge, über seine Kämpfe und har errungenen Triumphe und über die Menschen, die ihn geprägt haben. Johnny Cash schrieb das Buch 1997, sechs Jahre vor seinem Tod.

Ein Buch, welches für jeden Cash-Fan ein absoluter Pflichtkauf ist. Die Erlebnisse der Countralegende sind so detailliert und gut geschrieben, dass man stundenlang lesen kann.

 

Review von Florian Puschke


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