313, eine zugeteilte Nummer, die einen Namen und eine Identität ersetzt. Oli Stein, der Protagonist des Romans, ist ein erfolgreicher Musiker, der auf eine schiefe Bahn aus Drogen und Gewalt gerät und zu einer Haftstrafe verurteilt wird.
Ben Tewaag ist Schauspieler, Filmproduzent, Regisseur, Drehbuchautor und ehemaliger Sänger der Band Eschenbach. Er ist ausgebildeter Aufnahmeleiter und moderierte die Sendungen Mission MTV und MTV Freakshow. 2009 musste er infolge einer Verurteilung wegen verschiedener Delikte für 18 Monate ins Gefängnis. Über diese Zeit hat Ben Tewaag ein Buch geschrieben; es heisst "313" und erscheint Verlag Tag&Nacht.
"313" ist, wie er selbst deutlich macht, ein Roman und handelt von Oli Stein, nicht von ihm selbst. Allerdings sind autobiographische Erfahrungen in das Buch und in die Geschichte eingeflossen. Die Grundlage des Buches waren Briefe, die er aus dem Knast an seine damalige Freundin schrieb. Das Ergebnis ist "313", ein sehr authentisches Buch, welches den deutschen Gefängnisalltag gut und unverblümt darstellt. Zum Ende des Buches schreibt Ben Tewaag folgende Worte: "Ich sitze im Gefängnis, aber ich bin noch selten in meinem Leben freier gewesen als an diesem Ort. Ich bin kein Fremder, ich habe eine Aufgabe, ich habe eine Stellung, ich erkenne den Sinn hinter allem, was um mich herum passiert. Es geht mir gut. Ich bin ganz ruhig. Ich bin hier."
"313" ist gut erzählt und spannend geschrieben. Es vermittelt einen klaren Überblick in das, was in deutschen Gefängnissen tagtäglich passiert und vor sich geht. Ben Tewaag schafft es den Leser weitestgehend an seine Worte zu fesseln. Er vermittelt weder ein Gangster-Image, noch geht es um Romantik. Schwere Kost, die hautnah und eindringlich erzählt wird. Das Buch ist broschiert und hat insgesamt 256 Seiten.
Review von Florian Puschke



















